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Martin Holz: Fußspuren im Sand der Zeit

Charles Lindberg startete auf dem Acker der aus Osterwick stammenden Familie Bohr
Was man in einer "langweiligen" Familienchronik für Amerikafahrer so alles entdecken kann
Eine Einführung von Friedrich Schütte

Unser Netzwerkmitglied und Mitgründer Martin Holz aus Rosendahl-Osterwick hat in jahrzehntelanger Arbeit für Osterwick Heimatgeschichte (und darin die örtliche und regionale Auswanderung nach Amerika) erforscht. Und zwar äußerst erfolgreich, hüben wie drüben, wenn möglich. Eines seiner Erfolgsrezepte ist: Alles verfügbare Material dies- und jenseits des Atlantiks lesen, auch wenn man sich oft durch "unendlich" lange Familienchroniken hindurch quälen muss.

Die nachfolgende Chronik von Schwester Caroline Hemesath OSF aus Dubuque, Iowa ist so eine Mustervorlage: im Mai 2001 auf Englisch geschrieben, vor einiger Zeit Martin Holz elektronisch ins Haus geflattert, erregte sie seine Aufmerksamkeit. Hemesath, Schröder, Bohr: Da war unser Netzwerkfreund elektrisiert, hatte er über den amerikanischen Stammvater Anton Bohr (geb. in Osterwick am 25.01.1839, gest. in Ossian am 20.04.1907) aus seinem Heimatort doch schon vor langem recherchiert, ohne in Übersee so recht weiter gekommen zu sein. Ihm war jedoch bekannt, dass Anton Bohr mit seiner Verlobten Elisabeth Heimann (geb. in Coesfeld am 23.10.1840) auswanderte. Sie kamen am 28.10.1865 mit dem Schiff "Fides" in New York an.

Ingrid Seliger übersetzte ihm den englischen Text ins Deutsche. Und dann gab es für ihn (und hoffentlich auch für viele nachfolgende Leserinnen und Leser) eine ganz spannende, wie in Phasen tieftraurige, generell jedoch eindrucksvolle und erfolgreiche Geschichte gutkatholischer Auswanderer aus Westfalen und dem Hannöverschen, die in den deutschstämmigen, "katholischen" Regionen von Cincinnati und Iowa zu Pionieren der Landwirtschaft, Schule und Kirche wurden und heute Teil der amerikanischen (Kirchen-)Geschichte bis ins 20. Jahrhundert sind, mit einer ungemein großen (oft sehr musikalischen) Nachkommenschaft in geistlichen Berufungen bzw. Ämtern.

Und als Farmer, die der Geist der Weltgeschichte anwehte. Wie zum Beispiel Anton Bohrs Sohn Henry, auf dessen Stoppelfeld in Ossian (Iowa) der später weltberühmt gewordene Flugpionier und erste Atlantiküberflieger, Charles Lindberg, im Sommer 1925 mit seinem Flugzeug fünfminütige Rundflüge für Dorfbewohner anbot, pro Person und Runde 5 Dollar. Henry Bohr und sein Cousin Herman stiegen als erste ein "und beteten zur Vorsicht während des ganzen Tour den Rosenkranz", wie es in der Chronik von Schwester Caroline Hemesath heißt. Entsprechend ging alles gut.

Dies und viel anderes, Neues über die Geschichte der Besiedlung des Mittleren Westens findet sich in der hier online gestellten Familienchronik mit einer eher recht allgemeinen, unaufregenden Überschrift "Fußspuren im Sand der Zeit". Wer würde dahinter schon Charles Lindbergh vermuten?

 

Martin Holz: Fußspuren im Sand der Zeit (PDF-Datei, 237 KB)