Auswandererschiff - Logo des Amerikanetzes
News 
Kontakt
Netzwerk 
Mitglieder 
Partnerschaften
 
Beitraege
Bibliographie 
Auswanderer Kreis Herford
 
Links
Banner
Uebersicht
Impressum
Haftungsausschluss
 
Zu Bielefelder in Nordamerika
 
 Amerikanetz
 Netzwerk westfälische Amerika-Auswanderung seit dem 19. Jahrhundert

Dopheide in Amerika ? und was kirchenhistorisch dahintersteckt

Kreisarchivar i. R. Alfred Smieszchala, Warendorf, Gründungsmitglied des Amerikanetzwerks, hat in langjähriger, privater Recherche die Wege von westfälischen (meist Warendorfer) Amerikafahrern der Familie Dopheide verfolgt und dokumentiert. Sein besonderes Interesse konzentrierte sich dabei auf zwei männliche Namensträger dieser Sippe, die mit oder als Patres der Warendorfer Franziskaner insbesondere im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten, katholische Kirchengeschichte geschrieben haben.

In der Sonderausgabe 2009 des Familienverbandes Dopheide e.V., Bielefeld, veröffentlicht Alfred Smiezchala speziell die ?Americanische Corespondenz? des Warendorfers Anton Dopheide, eine Sammlung von Briefen, die dieser seinen Söhnen nach Amerika geschrieben hat und die umgekehrt ? von dort zum Vater nach Warendorf geschickt worden sind. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei jene Aufzeichnungen, welche ?Vater Dopheide? machte, als er ab dem 14. November 1889 seine dem Geistlichen Stand bei den Franziskanern in Amerika geweihten Söhne August und Aloys, mit der Bahn nach Bremen brachte und dort dem Schiff ?Eider? anvertraute. Der Stadt Bremen, Bremerhaven, dem ganze Drum und Dran des Überseebetriebs werden lange Ausführungen gewidmet. Smieszchala hat alles wortgetreu übertragen und dazu das ?Umfeld? dieser und anderer Franziskaner-Aussendungen nach USA (Quincy) ?ausgeleuchtet?. Dass damals (November 1889) der Pater Provinzial der amerikanischen Ordensprovinz der Franziskaner im Staate Illinois, Ferdinandus, extra nach Warendorf gekommen war, um insgesamt 14 junge Männer (darunter 6 Warendorfer) zum Studium der Theologie und Dienst im Franziskanerorden abzuholen, Ziel: Quincy, Illinois, heute Partnerstadt von Herford, wirft ein Licht auf den Einfluss westfälischer Mönchsorden in Übersee.

Bei seiner Arbeit konnte sich Alfred Smieszchala partiell auf die von Dr. Emil Dopheide erstellte ?Familiengeschichte Dopheide? beziehen, in der jedoch, mangels damaliger Unterlagen, Auswanderer nach Amerika lediglich pauschal am Rande erwähnt worden waren. Nur durch einen glücklichen Zufall gelang es, bei Familie Wallmeier jene Sammlung von 331 Schriftstücken, die sich auf die Zeit von 1889 bis 1911 beziehen, aus dem Nachlass jenes Berichterstatters vom 14. 11.1889 sicherzustellen: Eben jenes eingangs genannten Postschaffners Anton Dopheide aus Warendorf!

Anzufügen ist, dass gerade die Warendorfer Franziskaner in der Gründung und Betreuung nordamerikanischer katholischer Gemeinden und Schulen während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, eine führende Rolle gespielt haben. Immerhin hat kirchliche Forschung inzwischen die Übersiedlung von 500 Münsterländer plus 700 Hochstift-Paderborner Priester nach USA, darunter Hunderte Franziskaner, nachgewiesen. Einer der populärsten Laienbrüder ist bis heute der aus Harsewinkel stammende, bei den Franziskanern in Warendorf ausgebildete Zimmermann und spätere Star-Architekt Adrian Wewer (1836-1914) gewesen.. ?Bruder Adrian? entwickelte von Quincy aus nämlich eine Art ?Baukastensystem?, demzufolge katholische Gemeinden unschlagbar preisgünstig, meist in Eigenarbeit, ihre Kirch- und Schulbauten errichten konnten, sei es im neuromanischen, neugotischen Stil oder in der mexikanischen Adobe-Bauweise. Von Quincy ausgehend, hat Pater Adrian auf diesen Weise in ganz Nordamerika preiswert mehr als 120 bedeutende sakrale Bauwerke geschaffen ? von Kirchen und Abteien bis zu mächtigen Kathedralen.

Friedrich Schütte

?DOPHEIDE . Vor 120 Jahren ausgewandert nach Amerika / Sonderausgabe 2009 / Familienverband Dopheide e. V. Bielefeld?, 30 S., geheftet,, Format DIN A5, ist im Buchhandel registriert unter ISSN 1439-9423